Sensibilisierung von Medienschaffenden für Antiziganismus

Amaro Foro e.V. setzt ab März 2020 ein Modellprojekt zur Sensibilisierung von Medienschaffenden für Antiziganismus um. Unser interdisziplinäres und transkulturelles Team entwickelt gezielte Weiterbildungsangebote für Medienschaffende mit unterschiedlichen Schwerpunkten. So wird es passgenaue Workshopangebote sowohl für Textproduzent*innen (wie Journalist*innen, Redakteur*innen und Chefredaktionen) als auch für Bildproduzent*innen (Fotograf*innen, Bildredaktionen und Agenturen) geben, die auf Anfrage kostenlos direkt in den Redaktionen angeboten werden. Außerdem werden langfristige Kooperationen mit Journalist*innenschulen aufgebaut, um das Thema Antiziganismus dort in den Lehrplänen zu verankern.

Das Fortbildungsangebot wird kontinuierlich weiterentwickelt und mündet 2024 in ein praxisnahes und erprobtes Handbuch, das Medienschaffenden für eine diskriminierungsarme und sensible Berichterstattung kostenlos zur Verfügung gestellt wird – mit Formulierungshilfen, Leitfragen, Checklisten und Ähnlichem.

Es werden außerdem verschiedene Formate des Austauschs und der Kooperation mit den Redaktionen konzipiert und verstetigt, um für mehr Selbstrepräsentation von Rom*nja und Sinti*zze in den Medien zu sorgen. Damit soll langfristig auch ein besserer Zugang in die Redaktionen geschaffen werden für Rom*nja und Sinti*zze, die selbst journalistisch tätig werden wollen. Gemeinsam mit den beteiligten Fotograf*innen und mit Roma-Aktivist*innen wird ein Foto-Pool aufgebaut und kostenlos zur Verfügung gestellt, der Rom*nja und Sinti*zze in selbstbestimmten Settings zeigt und so eine nicht stereotypisierende Bebilderung ermöglicht.

Die langfristige Kooperation mit Presse und Bildagenturen trägt dazu bei, dass dieser Foto-Pool von Medienschaffenden genutzt wird für einen Perspektivwechsel hin zu einer weniger stereotypisierenden Berichterstattung. Bei all dem besteht ein kontinuierlicher Austausch mit Roma Selbstorganisationen und –Aktivist*innen sowie mit Medienschaffenden und mit den Vertreter*innen akademischer Forschung zu Antiziganismus.

Das Projekt wird in Kooperation mit den Neuen Deutschen Medienmacher*innen umgesetzt. Es wird im Rahmen des Bundesprogramm „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert und von der Landesantidiskriminierungsstelle kofinanziert. Das Projekt läuft über 5 Jahre.

Haben wir Ihr Interesse geweckt? 

Kostenlose Workshops oder individuelle Beratung zum Thema Antiziganismus.

Schreiben Sie uns auf presse@amaroforo.de

Ansprechpersonen: Andrea Wierich (Projektleitung), Carmen Glink (Presse & Öffentlichkeitsarbeit) und Zsófia Bihari (Referentin für Bildung)

Gerne tauschen wir uns mit Ihnen aus, stellen Ihnen ein individuelles Programm zusammen und unterstützen Sie darin, für Ihre Redaktion das beste Workshopsformat zu finden.

Aktivitäten

500 Jahre Antiziganismus brechen

29.9.2021 I DIVERSITY IN MEDIA

Am 29.9.2021 um 16 Uhr live auf ALEX Berlin launchten wir unsere Workshopsreihe zur Sensibilisierung von Medienschaffenden für Antiziganismus.

Wie Antiziganismus vermeiden?

4.8.2021 I PRESSESPIEGEL

Berichterstattung ohne die Reproduktion antiziganistischer Stereotypen ist keine Selbstverständlichkeit. Unsere Kollegin Andrea Wierich sprach mit Martha Otwinowski vom Mediendienst Integration über Antiziganismus in deutschen Medien und was Redaktionen dagegen tun können.

Klischees und Stereotype in deutschen Medien

22.6.2021 I PRESSESPIEGEL

"Auslöser des Modellprojekts waren für die Mitarbeitenden des Vereins vor allem die Mediendebatten rund um die Migration innerhalb der EU, die von vielen Medien als Armutseinwanderung bezeichnet wird. [...] Ziel ist es, positive Geschichten im Zusammenhang mit Sinti und Roma in den deutschsprachigen Medien sichtbar zu machen und für mehr Selbstrepräsentation von Roma-Journalisten zu sorgen."

Gefördert durch: