Glossar

Im Rahmen des Projektes Diversity in Media erweitert Amaro Foro nach und nach dieses Glossar, um neben Fortbildungen und individuelle Beratungsangebote für Journalist*innen auch nachhaltig bestehende Materialien zur Verfügung zu stellen.

Antiziganismus ist eine spezifische Form von Rassismus gegen Menschen mit selbst- oder fremdzugeschriebenem Roma-Hintergrund. Dieser Rassismus hat erst mal nichts mit der tatsächlichen Zugehörigkeit zur Minderheit zu tun, sondern ist eine Projektion der Mehrheitsgesellschaft. In den europäischen Mehrheitsgesellschaften ist Antiziganismus weit verbreitet und tief in sozialen und kulturellen Normen und institutionellen Praktiken verwurzelt. Anders als bei anderen Formen von Rassismus ist seine gesellschaftliche Akzeptanz hoch und so kommt es meist auch zu keiner moralischen Verurteilung. Häufig wird vielmehr den Betroffenen selbst die Schuld zugewiesen, wenn etwa gefordert wird, Roma müssten endlich integriert werden. Gesellschaftliche Teilhabe und die Überwindung von Ausgrenzung sind selbstverständlich wichtig – damit kann aber Antiziganismus nicht bekämpft werden, denn dafür muss die Mehrheitsgesellschaft im Fokus stehen, nicht die Betroffenen. ➔ Mehr dazu

Der Weltromatag wurde als Aktionstag ausgewählt, um auf die Diskriminierung, die Rom*nja weltweit erleben, aufmerksam zu machen und gleichzeitig die Kultur, Geschichte und Selbstorganisation der größten Minderheit Europas zu feiern. Am 8 April 1971 fand der erste Welt-Roma-Kongress in London statt. Es war der Beginn internationaler Selbstorganisierung der Rom*nja. Vertreter*innen von Roma-Organisationen aus der ganzen Welt einigten sich auf die Selbstbezeichnung Roma (gegendert Rom*nja), die Hymne „Djelem, djelem“, die Flagge der Rom*nja und die offizielle gemeinsame Sprache Romanes.