Pressemitteilung

»Wir feiern die Erfolge der Roma-Bewegung«

Berliner Bezirke hissen anlässlich des Weltromatags die Roma-Flagge

Berlin, den 6.4.2023

»Wir freuen uns sehr, dass nun schon zum vierten Mal die Berliner Bezirke anlässlich des Weltromatags am 8. April die Roma-Flagge hissen. 2020 haben wir von Amaro Foro allen Bezirken vorgeschlagen, mit diesem sichtbaren Zeichen die Erfolge der weltweiten Roma-Bewegung zu feiern und damit gleichzeitig auch deutlich zu sagen: Das ist die Stadt von uns allen. Wir gehören alle dazu. In diesem Jahr sind fast alle Berliner Bezirke bei der Aktion dabei, was uns besonders freut«, erklärt Georgi Ivanov, stellvertretender Vorstandsvorsitzender von Amaro Foro e.V.

»Es braucht solche Tage. Erst vor Kurzem haben wir die Fallzahlen der Dokumentationsstelle Antiziganismus vorgestellt. Diese zeigen deutlich, dass noch viel zu tun ist in der Arbeit gegen Antiziganismus. Aber heute wollen wir den Blick auf das lenken, was erreicht wurde.« Inzwischen hat auf Bundesebene die Unabhängige Kommission Antiziganismus ihre Arbeit abgeschlossen und einen umfassenden Bericht vorgelegt. Der Beauftragte der Bundesregierung gegen Antiziganismus hat seine Arbeit aufgenommen. Seit letztem Sommer gibt es mit MIA eine bundesweite Meldestruktur für antiziganistische Vorfälle, der Amaro Foro mit dem Projekt DOSTA angehört.

»Das alles sind die Erfolge der Roma-Bewegung. In Berlin und in Deutschland gibt es zahlreiche Roma-Selbstorganisationen wie Amaro Foro. Unserer kontinuierlichen Arbeit ist es zu verdanken, dass neue Strukturen entstehen und dass Antiziganismus als Problem der ganzen Gesellschaft zunehmend ernst genommen wird. Wichtige Ereignisse der Roma-Bewegung finden inzwischen auch in den Medien statt“, betont Ivanov.

Das alles war 1971 noch nicht abzusehen, als der erste Weltromakongress in London stattfand. Dort trafen sich am 8. April Delegierte aus der ganzen Welt und entschieden sich für die Selbstbezeichnung Roma, für die Flagge und für die Hymne »Gelem gelem«. Dieser Tag war ein Meilenstein.

»Als wir von Amaro Foro 2010 begannen, uns in Neukölln zu engagieren, war der Weltromatag in der deutschen Öffentlichkeit kaum bekannt«, so Ivanov. »In den ersten Jahren war es meist eher eine kleine Feier. Inzwischen finden viele verschiedene Veranstaltungen statt und die Berliner Bezirke sind ein Teil davon. Wir blicken deshalb heute mit Stolz und Freude nicht nur zurück, sondern vor allem nach vorne«.