„Da mussten wir doch was tun!“ – Gespräche zur Bürger*innen- und Menschenrechtsarbeit von Sinti und Roma mit Ilona Lagrene und Éva Ádám

01. August 2018, um 19 Uhr im DokuZ Sinti und Roma Berlin, Prinzenstr. 84.2, 10969 Berlin 

In diesem Jahr möchten wir das Gedenken an die Ermordung der Sinti und Roma in der Nacht vom 2. auf den 3. August 1944 als Ausgangspunkt nehmen, um ins Gespräch über den langen Kampf der Sinti und Roma um Anerkennung und Bürger*innenrechte zu bekommen. Eingeladen dazu sind Ilona Lagrene und Éva Ádám.

Ilona Lagrene ist seit vielen Jahrzehnten in der Bürger*innenrechtsarbeit der Sinti und Roma engagiert. Sie kann sowohl von der Situation nach 1945 und den Anfängen der Bürger*innen-rechtsbewegung als auch von vielen Herausforderungen bis in die Gegenwart erzählen. Éva Ádám berichtet aus ihrer Arbeit mit jugendlichen Sinti und Roma und deren vielfältige Arten, engagiert ihre Stimme zu erheben und ihre Rechte einzufordern.

Die Moderation übernimmt Mariela Nikolova (Amaro Foro e.V.).

Ilona Lagrene

Ilona Lagrene wurde nach dem Zweiten Weltkrieg in Heidelberg als Kind von Überlebenden des NS-Völkermords geboren. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Reinhold Lagrene gehört sie zu den treibenden Kräften der Bürgerrechtsarbeit der Sinti und Roma in Baden-Württemberg und bundesweit: 1986 war sie als Mitbegründerin des heutigen Landesverbands Deutscher Sinti und Roma, 1990 bis 1995 als dessen Vorsitzende und ist bis heute als Vorstandsmitglied im rheinland-pfälzischen Verband Sinti und Roma aktiv. Durch ihr politisches und erinnerungspolitisches Engagement hat Ilona Lagrene in Baden-Württemberg unübersehbare und nachhaltige Meilensteile gesetzt.

Éva Ádám

Éva Ádám ist pädagogische Leiterin bei dem Projekt „Dikhen Amen“ von Amaro Drom, der bundesweiten Jugendorganisation für Roma und Nicht-Roma-Jugendliche. Im Mittelpunkt dieses Projektes stehen die Erfahrungen und Lebensrealitäten junger Sinti und Roma. Aufbauend auf ihrem Erfahrungswissen werden Methoden für Jugendbildungsarbeit entwickelt und jugendliche Sinti und Roma zu Multiplikator_innen ausgebildet. Ziel ist es, dass die Jugendlichen selbst Empowerment-Workshops für junge Roma und Sinti und Sensibilisierungs-Workshops für junge Angehörige der Mehrheitsbevölkerung durchführen können.  Éva Ádam wird aus ihrer Praxis und dem Kontakt mit vielen jungen Sinti und Roma berichten.

(Eine Kooperation zwischen dem Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, Amaro Drom und Amaro Foro)

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