Hintergrund des Projektes

In den letzten Jahren wird der Zuwanderungsprozess von EU-Bürger*innen aus Rumänien und Bulgarien sowie von asylsuchenden Roma aus den Westbalkanländern durch explizit oder unterschwellig fremdenfeindliche mediale Berichterstattung, restriktive gesetzliche Maßnahmen und diskriminierende institutionelle Praktiken gekennzeichnet. Neben der institutionellen Ausgrenzung sind Zugewanderte mit selbst- oder fremdzugeschriebenem Roma-Hintergrund Alltagsrassismus in Form von verbalen Belästigungen und körperlichen Angriffen ausgesetzt.

Besonders besorgniserregend ist die Entwicklung zu bewerten, dass seit der Verschärfung der Asylgesetze Menschen aus den sogenannten sicheren Herkunftsstaaten, darunter viele Rom*nja, pauschal zu Geflüchteten zweiter Klasse degradiert werden. Zusätzliche Diskriminierungen bestehen in der Durchführung von Eilverfahren zur Prüfung der Asylanträge und der Einrichtung eines separaten Heimes, dessen Standort unbekannt ist. Ein faires Asylverfahren mit der Berücksichtigung der individuellen Fluchtgründe ist so nicht mehr möglich.