Gelungene Fachtagung

Am 16.11. richtete Amaro Foro zum vierten Mal die jährliche Fachtagung Saore Roma aus. Die etwa 100 Teilnehmer*innen setzten sich nach einer einführenden Podiumsdiskussion in verschiedenen Workshops mit Diskriminierungen auf dem Wohnungsmarkt und in der Obdachlosigkeit auseinander unter dem Motto: Wohnen – eine Selbstverständlichkeit?

 

Die Tagung wurde von Petar Jovanovic, dem stellvertretenden Vorsitzenden von Amaro Foro, eröffnet. Auch Bezirksbürgermeisterin Frau Dr. Giffey wandte sich mit einem Grußwort an das Publikum.

                                                                  

In der Podiumsdiskussion stellte der Jurist Alexander Klose (Bündnis 90/Die Grünen) die Schwachstellen des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes dar; Constance Fey erläuterte die Bemühungen der Senatsverwaltung ebenso wie die Grenzen dessen, was der Senat leisten kann. Das dezentrale Wohnprojekt für Roma, das die Gesobau umsetzt, stellte Mitarbeiterin Helene Böhm vor.

Petra Schwaiger vom Projekt Frostschutzengel gab einen Einblick in die Gefahren der Obdachlosigkeit und betonte die Schutzlosigkeit von Obdachlosen bei rassistischen Angriffen; Rechtsanwalt Benjamin Düsberg erklärte die juristischen Möglichkeiten zur Abwendung von Obdachlosigkeit. Moderiert wurde die Diskussion von Patrick Bieler. Die unterschiedlichen Perspektiven der Diskussionsteilnehmer*innen ergaben ein spannendes Gesamtbild, sodass das Publikum der Debatte gebannt folgte, Fragen stellte und viele Teilnehmer*innen anschließend noch den Workshop von Benjamin Düsberg und Petra Schwaiger zum Thema Obdachlosigkeit besuchten.

                          

Auch die beiden anderen Workshops konnten sich über rege Teilnahme freuen: Der Soziologe Tobias von Borcke gab eine Einführung in das Thema Antiziganismus, während Andrea Wierich, Pressereferentin von Amaro Foro, in ihrem Workshop mit den Teilnehmer*innen Antiziganismus in Medienberichten analysierte und den Zusammenhang zwischen Medienberichten und diskriminierenden Vorfällen. Die Veranstaltung bot uns außerdem die Gelegenheit, eine Ausstellung unserer Jugendgruppe einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Die Fachtagung fand statt im Rahmen des Projektes „Dokumentation antiziganistisch motivierter Vorfälle und Stärkung der Opfer von Diskriminierung“, das von der Landesantidiskriminierungsstelle gefördert und von Amaro Foro seit 2014 umgesetzt wird. In den letzten drei Jahren wurden über 300 antiziganistische Vorfälle dokumentiert, darunter Diskriminierungen auf dem Wohnungsmarkt, Nachbarschaftskonflikte und Angriffe gegen Obdachlose. Deshalb freut es uns, dass es uns gelungen ist, mit der in diesem Jahr außerordentlich gut besuchten Fachtagung auf diese Problemfelder aufmerksam zu machen. Wir bedanken uns bei allen Referent*innen und Teilnehmer*innen für die lebhaften Diskussionen.