Fachtagung Saore Roma: Wohnen - eine Selbstverständlichkeit?

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, am 16.11. zu unserer Fachtagung "Saore Roma" zu kommen. Das Schwerpunktthema ist diesmal "Wohnen - eine Selbstverständlichkeit?".

 

Fachtagung
SAORE ROMA
Wohnen – eine Selbstverständlichkeit?
16.11.2016 10 Uhr
Werkstatt der Kulturen
Wissmannstraße 32
12049 Berlin

Die alljährliche Fachtagung von Amaro Foro e.V. Saore Roma (Alle Roma) findet
in diesem Jahr schon zum vierten Mal statt. Das Schwerpunktthema ist diesmal
Wohnen: Sowohl Diskriminierungen auf dem Wohnungsmarkt als auch die Obdachlosigkeit,
die daraus mitunter entsteht, kennen wir aus unserer Sozialberatung.
Im Rahmen der Fachtagung werden sich Vertreter der Politik und Akteure aus
der praktischen Arbeit auf dem Podium und in Workshops begegnen, um sich
über diese Themen auszutauschen. So können zum einen Menschen aus Politik
und Verwaltung die Ansichten und Erfahrungen von Roma selbst (sowie von
Menschen, die mit ihnen arbeiten) kennenlernen, und zum anderen bietet diese
Gelegenheit Roma und anderen Interessierten die Möglichkeit, sich an inhaltlichen
Auseinandersetzungen zu beteiligen und mit politischen Entscheidungsträgern
zu diskutieren und sich somit in politische Entscheidungsprozesse einzubringen.

Wohnen – eine Selbstverständlichkeit?
Ihr eigenes Dach über dem Kopf zu haben ist für die meisten Menschen der
Normalzustand. Umso stärker wird es öffentlich wahrgenommen, wenn wohnungslose
Menschen beispielsweise auf Grünflächen übernachten. Doch geraten
die wirklichen Ursachen dabei oft aus dem Blick und es hat sich sogar die Idee
etabliert, dass es so etwas wie freiwillige Obdachlosigkeit gibt. Tatsächlich jedoch
stellt die Wohnungslosigkeit eine massive Gefährdung für die Betroffenen
dar – in gesundheitlicher Hinsicht, in Bezug auf soziale Teilhabe, auf Bildung,
aber auch deswegen, weil insbesondere wohnungslose Roma rassistischen
Übergriffen ungeschützt ausgesetzt sind. Gemeinsam mit Vertretern der Verwaltung,
der kommunalen Wohnungsbaugesellschaften, zivilgesellschaftlicher
Initiativen und mit Anwälten wollen wir Handlungsmöglichkeiten aufzeigen und
Spielräume erörtern. Die Wohnungslosigkeit ist dabei jedoch nur ein Teil des
Problems und letztlich nur eine Folge der massiven gesellschaftlichen
Diskriminierung, die sich auch auf dem Wohnungsmarkt zeigt. Im bundesweit
einzigen Projekt zur Dokumentation von antiziganistischen Vorfällen sammelt
Amaro Foro Beispiele für rassistische Ausgrenzungen unter anderem in der Immobilienwirtschaft
und ermutigt die Betroffenen, dagegen vorzugehen. Deshalb
soll es in der Diskussion auch darum gehen, wie ein wirksamer
Diskriminierungsschutz aussehen kann, damit Menschen gar nicht erst in der
Wohnungslosigkeit landen.

Nach der Diskussion stehen verschiedene Workshops zur Auswahl, um in einzelne
Themen noch tiefer eindringen zu können.

Melden Sie sich bitte an unter violeta@amaroforo.de, Sie erhalten dann den Anmeldebogen mit der Workshopauswahl. Eine Teilnahmebestätigung zur Vorlage beim Arbeitgeber stellen wir Ihnen gerne aus.

PROGRAMM
10 – 10.30 Uhr Begrüßung und Eröffnung

Georgi Ivanov, Koordinator der Sozialberatung Amaro Foro e.V.
Petar Jovanovic, stellv. Vorsitzender Amaro Foro
10.30 – 12.00 Uhr Podiumsdiskussion
Constance Fey, Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen
• Alexander Klose, Jurist mit Schwerpunkt Gleichbehandlung und Mitarbeiter
der Grünen-Fraktion im Abgeordnetenhaus
• Helene Böhm, Gesobau
• RA Benjamin Düsberg, Schwerpunkt Unterbringung von Wohnungslosen
• Petra Schwaiger, Frostschutzengel
• Moderation: Patrick Bieler, Amaro Foro

12.00 – 12.45 Mittagspause
12.45 – 14.30 Uhr Workshopphase:
Was ist eigentlich Antiziganismus? Eine Einführung Tobias von Borcke
Für alle, die sich noch nicht mit Antiziganismus beschäftigt haben, bietet sich
hier der ideale Einstieg. Der Historiker und Soziologe Tobias von Borcke gibt
einen Überblick über die Geschichte des europäischen Antiziganismus sowie
heutige Erscheinungsformen ebenso wie über den aktuellen Stand der Forschung.
Antiziganismus in den Medien – zum Wechselspiel von medialen
Berichten und alltäglicher Diskriminierung
Andrea Wierich, Pressereferentin
Amaro Foro
Im Rahmen des Dokumentationsprojekts von Amaro Foro wird seit
drei Jahren ein alljährliches Medienmonitoring erstellt, das antiziganistische
Presseerzeugnisse dokumentiert. Der Workshop beleuchtet anhand von
Beispielen, wie medialer Antiziganismus funktioniert und wie er mit alltäglicher
Ausgrenzung in einem direkten Zusammenhang steht. Der Workshop richtet
sich an Menschen, denen das Thema nicht gänzlich neu ist.
Vom Bett zur Parkbank? Wohnungslosigkeit insbesondere von Familien
aus juristischer und sozialarbeiterischer Perspektive
Petra Schwaiger,
Frostschutzengel, und Benjamin Düsberg, Rechtsanwalt

EU-Bürger*innen, die in Parks und Abrisshäusern übernachten, darunter Familien
mit Kindern – eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit. Die Ursachen des
Problems sind vielfältig. Die Referenten geben einen Einblick in die praktische
Arbeit im Bereich Wohnungslosigkeit, um die engen Grenzen sozialer Arbeit
aufzuzeigen und in einer gemeinsamen Diskussion über Leerstellen, Spielräume
und Alternativen nachzudenken.
14.30 – 15 Uhr Auswertung und Schlusswort

Das Dokumentationsprojekt wird gefördert von der LADS - Landesstelle für Gleichbehandlung - gegen Diskriminierung.