Armutseinwanderung – ein populistischer Mythos

Gemeinsame Pressemitteilung von Amaro Foro e.V. und Rroma-Informations-Centrum

Armutseinwanderung – ein populistischer Mythos

 

Die Bundesregierung hat für Mitte Juni eine Gesetzesverschärfung angekündigt, mit der gegen den vermeintlichen Sozialmissbrauch durch rumänische und bulgarische Staatsbürger_innen vorgegangen werden soll. Geplant sind befristete Wiedereinreisesperren, schärfere Kontrollen und weitere restriktive Maßnahmen.

„Es ist unfassbar, dass die Bundesregierung mit dieser Gesetzesverschärfung der CSU und ihrer ‚Wer betrügt, fliegt’-Kampagne Rückenwind gibt, obwohl sie selbst in der Antwort auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion einräumen musste, dass die sogenannte Armutsmigration als statistisch signifikantes Phänomen nicht existiert“, so Merdjan Jakupov, Vorstandsvorsitzender von Amaro Foro e.V. Milan Pavlovic vom Rroma-Informations-Centrum in Berlin kommentiert das Vorhaben der Regierung ähnlich: „Es handelt sich hier um eine ausschließlich populistische Maßnahme, die rassistische Vorurteile befördert und Ängste schürt.“

Neuer Vorstand

Pressemitteilung

Neuer Vorstand für Amaro Foro e.V.

Die Mitgliederversammlung von Amaro Foro e.V. hat einen neuen Vorstand gewählt. Vorstandsvorsitzender Merdjan Jakupov wurde einstimmig im Amt bestätigt. Als neuer 1. Stellvertreter des Vorsitzenden wurde Marius Krauss gewählt; 2. Stellvertreter wird der junge Sinto Björn Treu sein. Den Posten des Schatzmeisters übernimmt Georgi Ivanov. Als Beisitzerin wird Safeta Zwietasch dem Vorstand angehören.

Fortbildung - Unser Kiez wächst!

Seit einigen Jahren ist auch im Kranold-Kiez eine Zuwanderung von Familien aus Süd-Ost-Europa zu beobachten, viele von ihnen haben annehmlich einen Roma-Hintergrund. Für manche Alteingesessene bedeutet das eine willkommene Ergänzung ihrer Fußballmannschaft, andere haben schlicht Angst vor den „Fremden“. Bei den zugewanderten Familien selbst besteht oft ein erhöhter Beratungsbedarf. Für Lehrkräfte, SozialarbeiterInnen und andere Engagierte im Kiez ist diese Mischung eine große Herausforderung.
 
Amaro Foro e.V. und der Kindertreff Delbrücke wollen in einer dreiteiligen Fortbildung grundlegende Informationen vermitteln.
 
Mehr Information finden Sie hier.

Diskussionsveranstaltung zu den EU-Wahlen

Diskussionsveranstaltung zu den EU-Wahlen
Jede Stimme ist eine Stimme gegen Rechts

An diesem Sonntag ist in Deutschland Wahltag für die Europawahl. Etwa 375 Millionen Bürger_innen der 28 Mitgliedsstaaten der EU sind aufgefordert, das Europäische Parlament zu wählen.

Amaro Foro e.V. und die Sozialfabrik  e.V. haben in Erwartung der Wahlen eine Diskussionsrunde organisiert unter dem Motto: „EU Wahlen: Was können Sinti und Roma von der EU Politik erwarten?“ Den Fragen der anwesenden Interessierten stellten sich Katina Schubert, tätig im Parteivorstand von Die Linke,

Susanna Kahlefeld, Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses von Bündnis 90/Die Grünen sowie Anne Helm von der Piratenpartei.

Anlass für diese kritisch gestellte Frage ist die Erkenntnis, dass sich trotz vieler politischer Programme in den letzten 10 Jahren und die EU-Erweiterung im Jahr 2004 nur wenig für die Minderheit verbessert hat, Studien belegen eher das Gegenteil.

Die Diskutant_innen waren sich einig in dieser negativen Diagnose, warnten aber davor, deswegen Europa den Rücken zu kehren und nicht wählen zu gehen. In vielen Ländern der EU ist das Erstarken rechtspopulistischer und nationalkonservativer Parteien sichtbar. Dem müsse kritisch begegnet werden, indem man seine Stimme anderen Parteien gebe. Die Diskutant_innen betonten, dass jede Stimme gegen Rechts wichtig ist im Kampf gegen deren gefährliche Ideologien.

EU Wahlen: Was können Sinti und Roma von der EU Politik erwarten?

EU Wahlen: Was können Sinti und Roma von der EU Politik erwarten?

 
Dienstag, 20. Mai 2014, um 18:00
Ort: Outreach Neukölln, Hobrechtstr. 83
 
Referentinnen:
Katina Schubert, die Linke, Parteivorstand
Susanna Kahlefeld, die Grünen, Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses
Vertreter CDU, SPD (angefragt)

Roma Straßen- und Kulturfestival Herdelezi 2014

 

6. Herdelezi Roma Kulturfestival in Berlin von Amaro Foro e.V.

Zum sechsten Mal feiert Amaro Foro e.V. (der Berliner Landesverband von Amaro Drom e.V.) das „Herdelezi Roma Kulturfestival“ mit einem großen Straßenfest am 10. Mai 2014 in der Neuköllner Boddinstraße. "Herdelezi", der St. Georgstag, ist einer der wichtigsten Festtage, der von muslimischen ebenso wie von christlich-orthodoxen Roma vor allem in Südosteuropa zelebriert wird.

Das „Herdelezi Roma Kulturfestival“ ist ein Ort der Begegnung von Roma und Nicht-Roma. Wir laden die Bewohner_innen Neuköllns, aber auch ganz Berlins dazu ein, sich kennenzulernen und sich über die unterschiedlichen Lebensperspektiven und Sichtweisen auf die Gesellschaft auszutauschen. Denn Ressentiments gegen Roma und Sinti sind nach wie vor sehr verbreitet und wir sind überzeugt, dass ein gegenseitiger Austausch dieser Situation entgegenwirkt.

 

But Bahtalo und viel Spaß beim Herdelezi-Straßenfest!

Pressemitteilung

 Programm

 

Europäischer Bürgerrechtspreis an Amaro Drom

Sonderpreis des Europäischen Bürgerrechtspreises der Sinti und Roma geht 2014 an Amaro Drom e.V.

Bei der Verleihung des Europäischen Bürgerrechtspreises der Sinti und Roma wird auch Amaro Drom e.V. ausgezeichnet.

 

Am gestrigen Donnerstag, den 27. März 2014, wurde zum vierten Mal der Europäische Bürgerrechtspreis der Sinti und Roma verliehen. Preisträger in diesem Jahr ist Tilman Zülch, Vorsitzender der Gesellschaft für bedrohte Völker, der für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde. Mit dem Sonderpreis wurde die interkulturelle Jugendselbstorganisation Amaro Drom e.V. ausgezeichnet. Laut dem Stifter des Preises, Herr Manfred Lautenschläger, kämpfen in diesem Verein junge Roma und Nicht-Roma gemeinsam für eine aktive, gleichberechtigte Teilhabe in der Gesellschaft.

Die Preisverleihung im Europasaal des Auswärtigen Amtes in Berlin gestaltete sich überaus kritisch gegenüber der Politik der EU und der deutschen Bundesregierung. Sowohl Professor Dr. Christian Schwarz-Schilling, ehemaliger Bundesminister für Post und Telekommunikation a.D., als auch der Preisträger Tilman Zülch äußerten ihr Unbehagen mit der aktuellen deutschen Migrations- und Asylpolitik und wiesen darauf hin, dass Deutschland und die Europäische Union zu wenig gegen Minderheitendiskriminierungen und innerstaatliche Konflikte in Südosteuropa vorgeht, insbesondere in Bosnien und dem Kosovo. Beide appellierten emotional an politische Entscheidungsträger_innen, ihrer Verantwortung den Menschen dieser Staaten gegenüber gerecht zu werden und die problematischen Situationen mit einzubeziehen in die Migrationspolitik der Bundesrepublik.

Leicht verdauliche Geschichte für abgeschobene Kinder

http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/extra_3/videos/extra7009.html

Leicht verdauliche Geschichte für abgeschobene Kinder

Das Satiremagazin Extra 3 macht sich in diesem Beitrag lustig über das Bilderbuch „Rückkehr“ des Bayerischen Roten Kreuz. Ironisch wird die Idee verspottet, dass es Kindern leicht gemacht werden soll, wieder in „ihre Heimatländer“ zurück zu kehren. Trotz einer vermeintlich gut gemeinten Intention der Mitarbeiter_innen des BRK teilen wir von Amaro Foro e.V. die Kritik diverser Polit-Aktivist_innen, da gewichtige Themen im Bereich Asylpolitik unthematisiert bleiben.

Menschen migrieren selten aus Lust und Laune, sondern häufig, um gewaltvollen und miserablen Situationen zu entfliehen. Abschiebungen sind keine Lösungen und aus unserer Sicht nicht als Faktum zu akzeptieren, sondern zu hinterfragen und zu kritisieren. So zu tun, als sei in den „Herkunftsländern“ alles schön, wird den Lebenswirklichkeiten vieler Menschen nicht annähernd gerecht und verharmlost auf gefährliche Weise Unterdrückung und schlechte Lebensverhältnisse.

Differenzierte Presseberichte zum Thema finden sich auf folgenden Internetseiten:

Internationale Woche gegen Rassismus 2014

Bildungsarbeit gegen Antiziganismus
Raising Awareness

Antiziganismus ist ein komplexes soziales, in unserer Gesellschaft historisch verankertes, Phänomen von Stereotypen, Abneigungen und von Feindschaft geprägten Einstellungskomplexen gegen Sinti und Roma und andere Gruppen, die unter Antiziganismus leiden. Antiziganismus stellt ein Problem der Mehrheitsgesellschaft dar, welche zur Konstruktion der eigenen Identität Referenzpunkte braucht und die „Anderen“ und das „Fremde“ konstruiert und ausgrenzt. Es betont die Minderwertigkeit von Roma durch Dehumanisierung und äußert sich am sichtbarsten durch Hassrede, gesellschaftliche und staatliche Ausgrenzung sowie strukturelle Diskriminierung und Verfolgung. Roma sind Bürger_innen ihrer Länder und Europas. Nicht Roma sind das Problem, sondern ihre Ausgrenzung, Diskriminierung und ihre meist schlechte soziale Situation. Deshalb müssen wir den Ursachen ihrer sozialen Ausgrenzung entgegenwirken: Stigmatisierung und Stereotypen.

8. April- Internationaler Tag der Sinti und Roma

Der 8. April-  Internationaler Tag der Sinti und Roma.

Um 15:30 Uhr freuen wir uns Sie begrüßen zu dürfen. Mit einer Zusammenfassung des letzten Jahres möchten wir über unsere Engagement bereichten und die Erfahrungen, die wir gesamelt haben, Ihnen präsentieren.Nahdem die Kinder aus unserer Kindernachmittagsgruppe zu uns stoßen, werden sie uns gegen 16:30 Uhr mit Trommelmusik zum Kanal begleiten, wo wir Blumen ins Wasser niederlassen werden.Im Anschluss freuen wir uns auf nette Gespreche mit frischen Kaffee und leckeren Kuchen in unseren Räumlichkeiten.

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