PRESSEMITTEILUNG “Unfassbare Geschichtsvergessenheit”- Anlässlich des Gedenkens an den Holocaust kritisiert Amaro Foro e.V. die geplanten Sonderlager für Balkanflüchtlinge und die „sicheren Herkunftsstaaten“

PRESSEMITTEILUNG “Unfassbare Geschichtsvergessenheit”
Anlässlich des Gedenkens an den Holocaust kritisiert Amaro Foro e.V. die geplanten Sonderlager für Balkanflüchtlinge und die „sicheren Herkunftsstaaten“
 
         3. August 2015
 

Die von Horst Seehofer vorgeschlagenen Sonderlager für Balkanflüchtlinge – viele von ihnen Roma – kritisiert Amaro Foro e.V. auf das Schärfste. „Anlässlich des 2. August wird in Deutschland von Sinti und Roma des Genozids im Nationalsozialismus gedacht. In der Nacht zum 2. August wurden in Auschwitz fast 3000 Menschen im sogenannten Zigeunerlager ermordet. Es ist unfassbar, dass heute ein Ministerpräsident in Deutschland tatsächlich Sonderlager für eine bestimmte Gruppe von Flüchtlingen vorschlagen kann, ohne sofort zurücktreten zu müssen“, so Merdjan Jakupov, Vorsitzender von Amaro Foro e.V. und selbst Rom aus Mazedonien.

Bereits im letzten Jahr wurden Mazedonien, Serbien und Bosnien-Herzegowina zu „sicheren Herkunftsstaaten“ erklärt, sodass Asylbewerber von dort inzwischen nach einem Schnellverfahren wieder abgeschoben werden können. Aktuell wird diskutiert, Albanien und das Kosovo ebenfalls zu sicheren Herkunftsstaaten zu erklären. „Bisheriger moralischer Tiefpunkt der Debatte ist jedoch der Vorschlag von Horst Seehofer, Flüchtlinge aus den Westbalkanländern in gesonderten Lagern unterzubringen, um sie möglichst schnell wieder abschieben zu können. Da in der öffentlichen Wahrnehmung vor allem Roma aus diesen Ländern in Deutschland Asyl beantragen, schlägt Seehofer de facto Sonderlager für eine bestimmte ethnische Gruppe vor“, kritisiert Pressesprecherin Andrea Wierich. „Ebenfalls indiskutabel ist der Vorschlag vom Chef des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge Manfred Schmidt, Flüchtlingen aus den Westbalkanländern das Taschengeld zu streichen.“

Zeitzeugengespräch mit Hans Seeger

Zeitzeugengespräch mit Hans Seeger
 
Das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma und Amaro Foro e.V. veranstalten am 3. August 2015 um 19 Uhr im Rahmen des Gedenkens an die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma ein Zeitzeugengespräch mit Hans Seeger im Kunstraum Dikhas Dur : Aufbau-Haus, Prinzenstraße 84, 10969 Berlin, Aufgang 1, 5.OG
 
Hans Seeger wurde als viertes von sechs Kinder am 13. April 1931 in Stettin geboren. Er entstammt einer deutschen Sinti-Familie, die in Stettin ihren festen Wohnsitz hatte. Hans Seegers Vater war berufstätig, unter anderem als Fleischer und später als Pferdehändler. Später siedelte die Familie nach Danzig und Zopott um, wo sie ein recht bürgerliches und unauffälliges Leben führten. Der Vater wurde für die Wehrmacht gemustert, Hans selbst kam zum Jungvolk.
 
Plötzlich und unerwartet führte die Arbeit der NS-Rassebiologen dazu, dass die Familie inhaftiert wurde. Sie wurden nach Auschwitz-Birkenau deportiert, wo sie neben dem Krematorium lebten. Hans Seegers jüngerer Bruder und seine Mutter starben während einer Typhus-Epidemie, er selbst wurde mit seinem Vater zusammen nach Buchenwald verlegt, die anderen Brüder kamen nach Mittelbau-Dora. Der damals elfjährige Hans überlebte drei KZs, oftmals nur wie durch ein Wunder – etwa, indem er sich mit Hilfe der tschechischen Ärzte krank stellte, um dem erneuten Transport nach Auschwitz zu entgehen. Ein anderes Mal rettete ihm sein älterer Bruder das Leben, der für ein Durcheinander in den Namenslisten und KZ-Nummern gesorgt hatte – das ermöglichte Hans Seeger die Teilnahme am 16-tägigen Todesmarsch über Flossenbürg nach Dachau. Der aus Zigtausenden bestehende Menschenzug wurde unterwegs von den amerikanischen Streitkräften befreit. Heute, als 84-Jähriger und 15-facher Urgroßvater, lebt Hans Seeger ein ruhiges und dennoch aktives Leben.

Videoabend und Gespräch anlässlich des Andenkens an den Genozid an Sinti und Roma durch die Nazis

Videoabend und Gespräch
anlässlich des Andenkens an den Genozid an Sinti und Roma durch die Nazis

 

Film:                „People Uncounted” von Aaron Yeger (2013)
Datum:           Samstag, 01. August 2015, um 18:00 Uhr
Ort:                 Outreach Neukölln, Hobrechtstr. 83, 12043 Berlin

Input: Tobias von Borcke, Soziologe

Am 2. August erinnern wir an den nationalsozialistischen Völkermord an den europäischen Sinti und Roma. An diesem Tag im Jahr 1944 wurden  2.897 Sinti und Roma in den Gaskammern des KZ Auschwitz ermordet. Die meisten von ihnen waren ältere Menschen, Frauen und Kinder. Sie waren ein Teil der rund 500.000 Sinti und Roma, die der rassisch begründeten Vernichtungspolitik des Naziregimes  zum Opfer fielen. Der Völkermord an den europäischen Sinti und Roma stellte den Höhepunkt des Antiziganismus dar, dessen Fortbestand in seiner historischen Entwicklung verstanden werden muss.

Mit diesem Videoabend und dem anschließenden Gespräch wollen wir gleichermaßen an die Vergangenheit erinnern sowie den in unserer Gesellschaft fortbestehenden Antiziganismus thematisieren.                                                           

Anmeldungen bitte an:merdjan@amaroforo.de, guillermo.ruiz@sozialfabrik.org

Organisiert von: Sozialfabrik e.V. / Amaro Foro e.V. / Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma

Offener Brief zu der Situation in der Grunewaldstraße 87

An die Bezirksbürgermeisterin des Bezirks Tempelhof-Schöneberg- Frau Schöttler

An die Bezirksstadträtin für Gesundheit, Soziales und Stadtentwicklung- Frau Dr. Klotz

Offener Brief zu der Situation in der Grunewaldstraße 87

Informationsveranstaltung

                           

 Inormationsveranstaltung zu Amaro Foro e.V

sowie über unsere Arbeit und Antiziganismus

Wann?                     20. August 2015,   18:00 Uhr

      Wo?                         Weichselplatz 8, 12045 Berlin

 

Anmelden bei:  marius@amaroforo.de, georgi@amaroforo.de 

PRESSEMITTEILUNG

“Familien mit Kleinkindern schlafen draußen”

Amaro Foro e.V. fordert den Bezirk auf, die Familien umgehend unterzubringen

In den letzten Tagen kam es in der Grunewaldstraße 87 zu mehreren illegalen und gewaltsamen Räumungen von Wohnungen von Roma-Familien durch den Vermieter. „Aktuell sind Familien mit Kleinkindern obdachlos, schlafen in Autos oder im Park“, so Andrea Wierich, Pressesprecherin von Amaro Foro e.V. „Den verbleibenden Familien droht die Räumung in den nächsten Tagen. Der Bezirk Tempelhof-Schöneberg und die Polizei sind über die Situation vor Ort informiert.“

Amaro Foro e.V. ist seit Februar sozialberatend für Roma-Familien aus Rumänien in der Grunewaldstraße tätig und hatte bereits Ende Mai auf miserable Mietverhältnisse sowie massive Einschüchterungsversuche, Androhungen von Gewalt und Räumungsdrohungen durch die "Hauswarte" des Vermieters hingewiesen. Die bisher noch im Haus lebenden und die bereits wohnungslosen Familien verfolgen daher das Ziel, an anderem Ort sicher zu wohnen.

Durch Spaß ins Berufsleben-Aktionstag von Amaro Foro e.V.

Amaro Foro e. V., ein Berliner interkultureller Jugendverband von Roma und nicht Roma, lädt Euch ein zu einem Aktionstag, an dem wir uns kennenlernen, austauschen und gemeinsam Spaß haben wollen.
Wann: Am Samstag, den 27.06.15
 
Programm:
13.00 Uhr:  Start im Büro von Amaro Foro e.V., Weichselplatz 8, 12045 Berlin-Neukölln
Begrüßung
 
14.00 Uhr : Gemeinsames Grillen im Weichselpark, Mittagessen, Teambuilding und Conversation über Jugendpatizipation und Selbstorganisation
 
17:30 Uhr:Tour zum Kletterwald/ T-Hall Kletteranlagen, Thiemannstr. 1, 12059 Berlin, Besichtigung des Klettergeländes, gemeinsames Klettern und Einführungsgespräch über berufliche Perspektiven im Rahmen des Sportes für Jugendliche

20.00 Uhr:  Balkan Party Cafe Dalyan, Sonnenallee 102, 12045 Berlin
Reflexion mit Abschlussparty

Pressemitteilung: Berliner Register lehnen CDU-Vorschlag zur Einrichtung von „Extremismusregistern“ ab

Startseite

 

Die „Berliner Register“ lehnen den Vorschlag der CDU Treptow-Köpenick ab, Register gegen „Linksextremismus“ und „religiösen Extremismus“ einzurichten. Der Antrag beim Landesparteitag der CDU wurde damit begründet, dass Antisemitismus und Homophobie zunehmend von Menschen mit arabischem oder türkischem Hintergrund ausgehen würden. Würde die Herkunft der Täter erfasst, könnten die Probleme besser bearbeitet werden. Der Landesparteitag der CDU hat sich am Wochenende für die Einführung von „Extremismusregistern“ ausgesprochen.

Monitoring der Maßnahmen zur sozialen Eingliederung von benachteiligten Sinti und Roma in Deutschland

  Monitoring der Maßnahmen zur sozialen Eingliederung von benachteiligten Sinti und Roma in Deutschland

Eine Diskussion zur Bestandsaufnahme

Datum: 16.06.2015

Uhrzeit: 18:00-20:00

Ort: Heinrich Böll Stiftung, Schumannstr. 8, 10117 Berlin-Mitte

Ende 2011 legte die Bundesregierung die „Integrierten Maßnahmenpakete zur Integration und Teilhabe der Sinti und Roma in Deutschland“ vor. Seit der Veröffentlichung dieser Maßnahmenpakete wurden drei Umsetzungsberichte verfasst. Sozialfabrik e.V. hat einen Monitoring-Bericht zur Umsetzung der oben genannten Maßnahmenpakete für den Zeitraum 2012-2014 verfasst. Unser Bericht zeigt insbesondere folgende Schwäche auf: 1) Mangel an Koordinations- und Konsultationsmechanismen, sowie an Auswertungen und Nachhaltigkeitsstrategien bei den Programmen, die auf die soziale Eingliederung und Gleichbehandlung von benachteiligten Sinti und Roma auf kommunaler, Landes- und Ebene abzielen und 2) unzureichende Maßnahmen zur Bekämpfung von Anti-Ziganismus. (Link zum Monitoring-Bericht: http://www.romadecade.org/cms/upload/file/9270_file35_ge_civil-society-monitoring-report_ge.pdf).

Informationsveranstaltung

                           

 Inormationsveranstaltung zu Amaro Foro e.V

sowie über unsere Arbeit und Antiziganismus

Wann?                     25. Juni 2015,   18:00 Uhr

      Wo?                         Weichselplatz 8, 12045 Berlin

 

Anmelden bei:  marius@amaroforo.devioleta@amaroforo.de

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