Projekte im Sommer 2010

Für folgende Projekte könnt ihr euch in diesem Sommer anmelden:

11.-20. Juli: Internationales Jugendleiterseminar in Padua, Italien

18.-21. Juli: Fortbildung "Fördermöglichkeiten der Internationalen Jugendarbeit“ im Bahratal 21 

24.07.2010 Fortbildung „Vereins- & Projektmanagement“ im Bahratal/Sachsen

31.07. – 05. August: Reise zur Gedenkveranstaltung nach Auschwitz, Anmeldung: sofort

22.-28. August: Internationales Baucamp in der Gedenkstätte Buchenwald

10.-13. September: Bundesjugendtreffen in Göttingen/Duderstadt

Was, wenn sie Jude gesagt hätten?

Der Antisemitismus ist – vor dem Hintergrund der Shoah – heute in der Öffentlichkeit der mittel- und westeuropäischen Länder weitgehend tabusiert, und kommt meist nur verklausuliert, in Codes, verschleiert und in Andeutungen, zum Ausdruck. Im Gegensatz dazu ist der Antiziganismus, das Ressentiment gegen Roma, nach wie vor in kaum kaschierter Form allgegenwärtig. Erst in jüngster Zeit beginnt man sich mit dieser speziellen Spielart des Rassismus gesellschaftlich und wissenschaftlich auseinanderzusetzen. Um Bewusstsein dafür zu schaffen, wie präsent und großteils unreflektiert sich dieses Phänomen bis heute im öffentlichen Diskurs artikuliert, hat sich eine britische Aktivistengruppe nun einen einfachen Programmiertrick für eine neue Website einfallen lassen: Jewify.org ersetzt in beliebigen (englischsprachigen) Zeitungsartikeln einfach das Wort Gyspy (bzw. Traveller) mit Jew und führt so – dank des Vergleichs mit der erfolgreichen Tabuisierung des Antisemitismus – sehr anschaulich vor Augen, wie viel Aufholbedarf unsere Gesellschaft im Hinblick auf den Antiziganismus noch hat. Vieles, das einen Aufschrei der Empörung nach sich ziehen müsste, erscheint uns in diesem Fall als mediale Alltagsrealität. Was aber, lautet die simple Frage der Website, wenn sie stattdessen Jude gesagt hätten?

Oder halten Sie etwa Schlagzeilen wie diese für möglich?

Juden-Kriminalität: Wie Juden-Sippen funktionieren (20min.ch)
Wahlkampf in Mailand: Berlusconi warnt vor „Stadt voller Juden“ (Welt)
Italien: Polizei nimmt Juden in Lagern Fingerabdrücke ab (Presse)

 

Fundraising-Workshop der DJO im Bahratal

 

Sachsen, 30. Juli: 50 Jugendliche der bundesweiten Jugendorganisation DJO Deutsche Jugend in Europa e.V. reisten für eine Woche ins Bahratal in der Sächsischen Schweiz an der tschechischen Grenze, um mehr über die Fundraising- und Finanzierungsarbeit für die Jugendarbeit zu lernen. Schwerpunkte waren die Finanzierungsinstrumente „die Gesellschafter“ der Aktion Mensch und die Fördermöglichkeiten beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge BAMF. Es war sehr professionell strukturiert, es wurde an alles gedacht und wir hatten eine sehr tolle Stimmung, Spaß und viel Arbeit. Bewunderswert war die Aufgeschlossenheit, Offenheit und das Interesse aller Teilnehmenden untereinander, insbesondere aber auch uns Roma gegenüber. Man merkt, dass noch ganz viel zu tun ist, da die Leute interessiert sind, aber kaum etwas von uns Roma wissen.
Die DJO Deutsche Jugend in Europa ist ein großer Dachverband von zahlreichen Vereinen junger Migranten, u.a. für die Assyrer, Kurden, Menschen aus der ehemaligen UdSSR/Russland, welcher deren Selbstorganisation und gesellschaftliche Beteiligung als junge Menschen unterstützt und ihnen ein gemeinsames Dach zur Kooperation und zum Austausch bietet.

Publikation - Aus Politik und Zeitgeschichte (BpB): Sinti und Roma

Die Ausgrenzung von Sinti und Roma in Europa begann mit der Herausbildung der Territorialstaaten. Über 500.000 aus "rassischen" Gründen als "Zigeuner" Verfolgte wurden von den Nationalsozialisten ermordet. Erst 1982 erkannte die Bundesregierung den Völkermord an. Rund 70.000 Sinti und Roma sind deutsche Staatsbürger. Mehr als drei Viertel der nationalen Minderheit haben Diskriminierungserfahrungen gemacht. Nach dem Abschluss des deutsch-kosovarischen "Rückübernahmeabkommens" stehen Roma aus dem ehemaligen Jugoslawien vor der Abschiebung, darunter viele, die hier geboren und aufgewachsen sind. Die EU-Kommission hat den Mitgliedstaaten aufgetragen, nationale Roma-Strategien zu entwickeln.

Der Beitrag enthält verschiedene Artikel zum Thema "Die größte Minderheit in Europa" von Mitgliedern von ternYpe - International Roma Youth Network, Amaro Drom e.V. und Terno Drom e.V.

Amaro Drom e.V.

 

Who we are We are the young and youth-led Roma-German association „Amaro Drom” which was established in 2006. Our main focus is the socio-cultural youth work, the strengthening of self-initiative, mobilization, networking and self-esteem of young Roma and their politicial and societal participation. The consciousness about their origin, culture and history, as well as about the culture and history of the country where they live, plays an important role. As young Europeans we actively want to contribute to society for more tolerance and respect, mutual understanding and inclusion. 

"WIE KANN MAN STABILE STRUKTUREN FÜR ROMA AUFBAUEN?"

Nicht nur die deutschsprachigen Straßenzeitungen fragen sich:

Durch die harten Lebensbedingungen in den ehemals sozialistischen Ländern verjagt, befindet sich europaweit eine große Zahl von Roma auf der Suche nach neuen Lebensmittelpunkten. Vom kompletten Ausschluß bis zur fraglosen Integration in den Vertrieb, zeigen die Straßenzeitungen in Berlin, Hamburg, Bochum oder Wien sehr unterschiedliche Wege die große gesellschaftliche Frage der Überlebensmöglichkeiten von Roma zu beantworten. 
Kerstin Kellermann 20.05.2011

„Als im Gorlitzer Park 200 Menschen offen campierten, war die Stadt Berlin überfordert. Die Roma kommen ganz legal mit dem Linienbus am Zentralen Omnibus Bahnhof in Deutschland an“, erzählt Hamze Bytyci von der Roma-Jugend Organisation „Amaro Drom“ und lacht. „Der Berliner Senat wollte mit dem ‚Rädlsführer’, dem ‚Zigeunerkönig’, dem patriarchalen Chef reden – so denken die. Es gab natürlich keinen Anführer.“ Hamze machte sich in Wien anläßlich des „Ideen- und Impulstages der deutschsprachigen Straßenzeitungen“, der unter dem Titel „Arm gegen Ärmer?! Roma, AsylwerberInnen und die Einheimischen – Armut in verschiedenen Kulturen“ statt fand, seine Gedanken über Jobs für osteuropäische Roma, „die ich ja nicht alle bei den Straßenzeitungen unterbringen will! “: „Rosenverkäufer, Scheibenputzer, Hilfsarbeiter bei türkischen Migranten, den wahren Drückerkolonnen – alles was an niederschwelliger Arbeit vorhanden ist, wird überrannt. In Berlin wird auch bald ein Bettelverbot kommen.“ 

European Theatre Adventure

5th European Theatre Adventure 2010: Wadowice, Poland “A European Theatre Adventure” will celebrate this year its 5th anniversary: 5 years of theatrical encounter, 5 years of Roma and non-Roma youth dialogue, 5 years of crossing borders and building our common European house. It is an independent, youth-led initiative to strengthen the intercultural dialogue with cultural minorities and the international cooperation among independent, modern youth theatres, which work with a unique concept. “Art Beyond Borders” 2010 in Wadowice will be more than a continuation. We will involve new youth theatres from Balkan countries, develop new forms of youth-led art and intercultural action and discover a new process using art as a tool to exchange our thoughts, ideas and visions.