Leicht verdauliche Geschichte für abgeschobene Kinder

http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/extra_3/videos/extra7009.html

Leicht verdauliche Geschichte für abgeschobene Kinder

Das Satiremagazin Extra 3 macht sich in diesem Beitrag lustig über das Bilderbuch „Rückkehr“ des Bayerischen Roten Kreuz. Ironisch wird die Idee verspottet, dass es Kindern leicht gemacht werden soll, wieder in „ihre Heimatländer“ zurück zu kehren. Trotz einer vermeintlich gut gemeinten Intention der Mitarbeiter_innen des BRK teilen wir von Amaro Foro e.V. die Kritik diverser Polit-Aktivist_innen, da gewichtige Themen im Bereich Asylpolitik unthematisiert bleiben.

Menschen migrieren selten aus Lust und Laune, sondern häufig, um gewaltvollen und miserablen Situationen zu entfliehen. Abschiebungen sind keine Lösungen und aus unserer Sicht nicht als Faktum zu akzeptieren, sondern zu hinterfragen und zu kritisieren. So zu tun, als sei in den „Herkunftsländern“ alles schön, wird den Lebenswirklichkeiten vieler Menschen nicht annähernd gerecht und verharmlost auf gefährliche Weise Unterdrückung und schlechte Lebensverhältnisse.

Differenzierte Presseberichte zum Thema finden sich auf folgenden Internetseiten:

Fachtagung Saore Roma – Ein Jahr Roma Mahnmal 23.10.2013 in der Werkstatt der Kulturen

Gelungener Auftakt zu weiteren Veranstaltungen im November und Dezember

Am Mittwoch, den 23.10.2013, versammelten Amaro Foro e.V. und Amaro Drom e.V. ca. 80 Teilnehmer_innen in der Werkstatt der Kulturen in Berlin-Neukölln. Expert_innen und Unerfahrene arbeiteten und diskutierten gemeinsam zu den Themen Antiziganismus, Stereotype und den Schwierigkeiten, die Staatsbürger_innen aus Bulgarien, Rumänien und den ehemaligen jugoslawischen Staaten in Deutschland haben. In lockerer Atmosphäre ging es insbesondere darum, dass die Teilnehmer_innen sich vernetzten oder für die Thematik interessiert wurden. Ein in der Jugendarbeit tätiger Teilnehmer lobte die Veranstaltung: „Ich fands super für die ganzen Kontakte. Also dadurch, dass ich mitgekriegt habe, wer da alles da war, habe ich [...] mein eigenes Networking betrieben. Und das war super.“
In Kurzinterviews mit Teilnehmer_innen wurde deutlich: Alle sind in ihrem Leben bereits mit der Roma-Thematik konfrontiert gewesen, es fehlte jedoch an konkreten Informationen und exaktem Wissen. Warum die Teilnehmer_innen also kamen, brachte eine Gesprächspartnerin auf den Punkt, die bereits in Mazedonien gearbeitet hatte: „Als ich mich vorbereitet hab auf Mazedonien, bin ich auf unglaublich große und viele Vorurteile gestoßen, die vielleicht veraltet, vielleicht noch nie wahr waren. Und als ich dann selbst mit Roma gearbeitet habe, war ich total geschockt, wie wenig davon wahr ist.“ Ihre Erwartung fasste sie so zusammen: „Wieder eine neue Sichtweise, eine individuelle Sichtweise, um dem ganzen ein bisschen mehr auf die Spur zu kommen.“ 

84. Vollversammlung des Deutschen Bundesjugendrings

Die 84. Vollversammlung wählte neuen Vorstand

 

Amaro Drom e.V im Namen der DJO nimm teil in der Vollversammlung des DBJR. Die Vollversammlung des DBJR tagt in Ludwigshafen. Die Delegierten aus Jugendverbänden und Landesjugendringen wählten zum ersten Mal eine Doppelspitze im DBJR: Ursula Fehling und Sven Frye. Stellvertretende Vorstandsmitglieder sind Alexander Bühler, Julia Böhnke, Gunnar Czimczik und Hetav Tek. Der Bund der Alevitischen Jugendlichen Deutschlands wurde als Vollmitglied aufgenommen. Diskutiert wird außerdem der Leitantrag «Impulse für eine starke Demokratie». Aktuell wird über die Entscheidungen über facebook und twitter informiert (#dbjrvv).
 

Was, wenn sie Jude gesagt hätten?

Der Antisemitismus ist – vor dem Hintergrund der Shoah – heute in der Öffentlichkeit der mittel- und westeuropäischen Länder weitgehend tabusiert, und kommt meist nur verklausuliert, in Codes, verschleiert und in Andeutungen, zum Ausdruck. Im Gegensatz dazu ist der Antiziganismus, das Ressentiment gegen Roma, nach wie vor in kaum kaschierter Form allgegenwärtig. Erst in jüngster Zeit beginnt man sich mit dieser speziellen Spielart des Rassismus gesellschaftlich und wissenschaftlich auseinanderzusetzen. Um Bewusstsein dafür zu schaffen, wie präsent und großteils unreflektiert sich dieses Phänomen bis heute im öffentlichen Diskurs artikuliert, hat sich eine britische Aktivistengruppe nun einen einfachen Programmiertrick für eine neue Website einfallen lassen: Jewify.org ersetzt in beliebigen (englischsprachigen) Zeitungsartikeln einfach das Wort Gyspy (bzw. Traveller) mit Jew und führt so – dank des Vergleichs mit der erfolgreichen Tabuisierung des Antisemitismus – sehr anschaulich vor Augen, wie viel Aufholbedarf unsere Gesellschaft im Hinblick auf den Antiziganismus noch hat. Vieles, das einen Aufschrei der Empörung nach sich ziehen müsste, erscheint uns in diesem Fall als mediale Alltagsrealität. Was aber, lautet die simple Frage der Website, wenn sie stattdessen Jude gesagt hätten?

Oder halten Sie etwa Schlagzeilen wie diese für möglich?

Juden-Kriminalität: Wie Juden-Sippen funktionieren (20min.ch)
Wahlkampf in Mailand: Berlusconi warnt vor „Stadt voller Juden“ (Welt)
Italien: Polizei nimmt Juden in Lagern Fingerabdrücke ab (Presse)